Weg ist das Ziel Wildnisflucht • Nivea Men Magazin • basiert auf einer wahren Geschichte • 1 Min Lese

Männer, Alltagsflucht ist doch unmöglich. Ich meine, klar, ihr könnt es versuchen mit dem Urlaub zu zweit. Ich hörte Gerüchte von wilden Abenteuern, nicht enden wollendem Sex und Drinks aus einem Springbrunnen. Aber meistens ist es doch so:

Du liegst mit Sonnenbrand in diesem reservierten Liegestuhl #147, zwischen Touristen mit ebenfalls Sonnenbrand, und streitest mit der Liebsten, wer jetzt die Sonnencreme vergessen hat. Dann klingelt das Handy, der Vermieter ist dran, weil heute morgen ein Handwerker aus Versehen ein Loch in deine Decke gebohrt hat. Dann fällt dir ein, dass die Steuererklärung bis Freitag fertig sein muss, was auch wiederum für Unmut bei ihr sorgt. Und schließlich macht man noch 38 Selfies für Instagram, mit Palmen und einem dieser exotischen Affen, die Schultersitzen auf 400€-Basis betreiben – damit wenigstens die anderen denken, alles ist gut.

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Nein, das funktioniert nicht. Trotzdem will ich manchmal einfach nur weg. Was also tun?

Ich wünsche mich dann in eine kleine Hütte am See in den Wäldern Schwedens. Ich hacke mein eigenes Holz, verheize es in dem alten Ofen. Ab und zu versuche ich einen Fisch zu fangen, in Skandinavien ist das nämlich okay. Ich muss auch nicht einkaufen gehen, weil ich eine Brotbackmischung habe und Dosen-Reserven, ein paar Bier und Whiskey. Whiskey ist auch gut gegen Mücken. Wenn es Strom gibt, okay. Wenn nicht, gehe ich ins Bett, sobald es auf der Terrasse zu dunkel zum Lesen wird. Ich stehe mit der Sonne auf, und verbringe meine Zeit, wenn ich nicht die Gegend erkunde oder im See entspanne, mit Nichtstun. Keine Steuererklärung, kein Warum-rufst-du-mich-nicht-zurück. Kein Selfie weit und breit, und erst recht kein Tourismus-Affe. Höchstens mal ein Elch.

Ein Traum! Leider sagt mein Lieblings-Schriftsteller Helge Timmerberg: „Du kannst das Land wechseln, den Job, oder die Frau, aber dich selbst nimmst du immer mit.“ Klar, immer vor Problemen weglaufen ist nicht besonders männlich. Geschweige denn richtig. Aber so eine kleine Auszeit, das muss doch drin sein. Ich bin dann mal in Schweden.

Kommentare

  1. Schweden ist natürlich cool!
    Aber ich kann dir auch Schottland nahelegen. Da kommt man leichter an Whisky. Gibt da ganz viele Destillerien, die man besuchen könnte. Falls es allein in der Hütte und mit den Millionen Mücken zu einsam wird…
    Ich wär auf jeden Fall dabei.
    By the way: Kennst du ‚Into the Wild‘? Falls nicht: Unbedingt anschauen!
    Und dich selber kannst du gerne mitnehmen, irgendwann muss man doch lernen, mit sich selbst zu leben. Sagen zumindest die Anderen…
    Abenteuerliche Grüße
    Felicitas

  2. Felicitas, ich bin schon in Schweden gewesen und es war tatsächlich zu schwer, an Whiskey zu kommen. Aber dafür gab es keine Mücken. Hab das alles aufgeschrieben, hier: https://www.fineway.de/magazin/into-the-wald. Wie du siehst: Into the Wild verfolgt mich. Haven’t been everywhere, on the list und so. Wohin soll ich mich mitnehmen? Ah! Ich versuch’s, aber manchmal will ich halt dann doch nicht mit mir mit.

  3. Tony

    Genau das ist Entspannung.

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